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Von der Metropole in die Kleinstadt

vom 07.12.2020

Kim Kolawole erzählt aus ihrem Leben in Nigerias Millionenmetropole Lagos


Lagos ist mit etwa 14 Millionen Einwohnern Nigerias bevölkerungsreichste Stadt. Nigeria, ein facettenreiches Land, liegt an der Westküste Afrikas. Dort wurde Kim Kolawole geboren. Frau Kolawole, alleinerziehende Mutter dreier Söhne und Mutter eines Schülers unserer Schule, lebt seit 2017 in Deutschland. Im Rahmen eines Vortrages in der Aula unserer Schule berichtete sie von ihren persönlichen Erfahrungen bezüglich ihres Lebens in Lagos und in Mechernich.

Bei Nigeria handelt es sich um einen Vielvölkerstaat, das heißt, dort sind über 250 verschiedene Volksgruppen heimisch. Folglich werden dort auch viele verschiedene Sprachen gesprochen. Des Weiteren werden in Nigeria viele verschieden Religionen praktiziert. Die am stärksten vertretenen Religionen sind das Christentum, dem Frau Kolawole angehört, und der Islam. Kim Kolawole ist Teil einer der größten ethnischen Volksgruppen, der Yoruba. Demnach ist dies auch ihre Muttersprache und nicht die Amtssprache Nigerias, Englisch. Mit den verschiedenen Volksgruppen sind, neben der Sprache, viele verschiedene Traditionen verbunden. So gelte es bei den Yoruba beispielsweise als unhöflich, sich etwas mit der linken Hand zu geben, so Frau Kolawole. Zudem berichtete Frau Kolawole davon, dass sie zunächst davon schockiert gewesen sei, dass die Neugeborenen in Deutschland – und ebenso in den meisten westlichen Ländern - ihren Namen direkt nach der Geburt erhielten. Dies sei in ihrem Heimatland bei den Yoruba nicht üblich.

 

Einen äußerst interessanten Vortrag hielt Kim Kolawole

über ihr Geburtsland Nigeria in der Aula unserer Schule.


Einen weiteren Vergleich, den die Nigerianerin beschrieb, bezieht sich auf die Krankenhäuser und die medizinische Versorgung in Nigeria und Mechernich. So sagte sie, dass es in Nigeria keine Krankenversicherung gebe und man Geld haben müsse, um in einem Krankenhaus behandelt zu werden. Dies habe sie bei der Geburt ihrer Kinder selbst miterlebt. Diese Situation sei auf die vorherrschende postkoloniale Korruption Nigerias, welches einst eine britische Kolonie war, zurückzuführen.

Nigerias Bevölkerung ist sehr jung. Die Alphabetisierungsrate der Altersgruppe der 15- bis 24- Jährigen beträgt 75 Prozent. Trotzdem stellt die Arbeitslosigkeit eine große Herausforderung für das Land dar, denn Bildung zu haben, bedeute nicht unbedingt einen Job zu bekommen, wie es Kim Kolawole ebenfalls bestätigt. Frau Kolawole hatte, wie sie selbst sagt, in Lagos Zugang zu Bildung sowie einen Job. So arbeitete sie zunächst zehn Jahre lang in einer Bank und handelte danach mit Öl, eine von Nigerias wichtigsten Ressourcen.

Bei der zuvor bereits erwähnten Korruption handelt es sich jedoch nicht um das einzige Problem, mit dem Nigeria zu kämpfen hat. Zum Beispiel gibt es dort Umweltprobleme wie die Ölverschmutzung im Nigerdelta. Auch zu erwähnen ist der Kampf des Landes mit dem Terrorismus, welchen auch Frau Kolawole in ihrem Vortrag aufgriff. So ist beispielsweise die islamistische Terrorgruppe „Boko Haram" für viele Angriffe auf Schulkinder und Entführungen von ebendiesen verantwortlich, da sie Bildung für schlecht empfindet.

Kim Kolawole ist der Überzeugung, dass Nigeria eigentlich ein reiches und gesegnetes Land sei, es jedoch schlechte Befehlshaber und Oberhäupter habe.

Der Leistungskurs Englisch dankt Kim Kolawole für ihre Zeit, Mühe und auch ihre Stärke, über die in Teilen sehr persönlichen Themen zu sprechen.


Fotos: M. Lutsch
Text: Lara Sophie Brohm, Q2

 


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