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Q1 - Gemeinsame Exkursion der Leistungskurse Sozialwissenschaften und Geschichte zum LVR-Industriemuseum Tuchfabrik Müller in Kuchenheim

vom 13.05.2020

Schüler erhalten anschauliche Einblicke in die Arbeitsabläufe und Geschichte der Tuchfabrik


Am 4. März fuhren wir, nachdem in der ersten Stunde normal Unterricht stattgefunden hatte, mit der Bahn nach Kuchenheim.

Dort hatte Ludwig Müller 1894 das bereits bestehende Fabrikgelände einer ehemaligen Spinnerei samt dazugehörigem Grundstück übernommen und machte aus der Tuchfabrik eine Volltuchfabrik mit neuen Maschinen, die größtenteils bis heute erhalten sind. Die gesamte Produktion des Wolltuchs aus Streichgarn, d. h. von der Rohwolle bis zum Stoff, erfolgte in der Kuchenheimer Fabrik. Man vermarktete erfolgreich verschiedene Lodenstoffe. Ab 1906 belieferte die Tuchfabrik u. a. das Heer, ab 1911 auch die Marine. Als Ludwig Müller 1929 starb, übernahm sein Sohn Kurt Müller die Leitung der Firma. Mangels Nachfrage nach den Produkten der Firma musste der Betrieb 1961 geschlossen werden. Kurt Müller ließ jedoch das gesamte Inventar, alle Maschinen und Anlagen, teilweise noch mit Material bestückt, an Ort und Stelle, da er auf eine erneute Aufnahme der Produktion hoffte. Dazu kam es zwar nicht, aber so konnte in den 1980er Jahren damit begonnen werden, die gesamte Fabrik in ein beeindruckendes Industriemuseum zu verwandeln. Dieses öffnete im Jahr 2000.

 


Beide Kurse erhielten getrennt voneinander eine Führung durch die Fabrik, die verschiedene Stationen des Produktionsprozesses, wie z.B. die Dampfmaschine, den Wolf, die Weberei und die Spinnerei beinhaltete. Die Führung thematisierte hauptsächlich die Geschichte der Tuchfabrik im Zeitalter der Industrialisierung. Diese Epoche war schon im Unterricht thematisiert worden, also waren theoretische Grundkenntnisse vorhanden. Am historischen Ort selber waren vor allem die Schilderungen der Arbeitsbedingungen und der Lebensumstände der Menschen für uns interessant und aufschlussreich. Ein weiterer Aspekt waren die Arbeitsabläufe und die Technik der Fabrik. Hierzu wurden uns einige beeindruckende Arbeitsabläufe an Maschinen gezeigt, und allein der Lärm einer einzelnen Maschine zeigte, unter welchen unmenschlichen Bedingungen die Arbeiter ihre täglichen Aufgaben erfüllen mussten. Nach der ca. 90-minütigen Führung und einem kurzen Aufenthalt im Café vor Ort, fuhren wir zurück nach Mechernich.

Die anschließende Besprechung der interessanten Exkursion zeigte, dass jeder anschauliche Einblicke in die damaligen Verhältnisse bekommen hatte.

 

Fotos und Text: M. Blum


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Stand: gedruckt am 03.08.2021
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